Blog: Blühende Wiesen statt Industriebrache – der Wandel des Zechengeländes

Die Meinungen über die Landesgartenschau 2020 und vor allem den Zechenpark im Herzen der Stadt Kamp-Lintfort sind bis heute vielfältig, leider werden dabei gern auch Fakten verdreht oder Forderungen gestellt, die bis heute nirgends in Deutschland erfüllt wurden.

Es drohte am 31.12.2012 eine Industriebrache in der Größe von fast 48 Fußballfeldern in Kamp-Lintfort zu entstehen mit ungesicherten Altlasten aus 100 Jahren Bergbau und Kohleverarbeitung. Damit wollten und konnten sich weder der Bürgermeister Christoph Landscheidt noch die SPD-Ratsfraktion zufriedengeben: Sie brachten mit den Stimmen des Stadtrates die Bewerbung um die Landesgartenschau 2020 auf den Weg. Die Konkurrenz der anderen LaGa-Bewerber war stark, Kamp-Lintfort erhielt dennoch den Zuschlag.

Wer heute das Gelände der Industriebrache „Bergwerk West“ durch den Zaun betrachtet, der mag einen Eindruck von den bewegenden Veränderungen erhalten. Zwischen den beiden Fördertürmen entsteht der Quartiersplatz mit Mammutbäumen, auf der entgegen gesetzten Seite findet sich die Quelle der renaturierten Großen Goorley. Dazwischen liegen die Erhebungen, unter denen das Erbe des Bergbaus sicher geschützt verbleit. Erste Wiesen und Bäume wachsen auf diesen Erhebungen, durchzogen von Wegen in nordsüdlicher sowie westöstlicher Richtung. Ab dem 17. April 2020 wird es nach langer Pause erstmals wieder direkte Wege zwischen Altsiedlung und Beamtensiedlung geben. Das Gelände des Erlebnispädagogischen Zentrums Niederrhein und des Green Fab Lab sind bereits grundgelegt, die zahlreichen Wege des Zechenparks befestigt.

Diesen Sommer werden noch viele vorbereitende Arbeiten erfolgen, der zentrale Platz und alle Wege auf dem Gelände fertiggestellt werden. Die meisten Bäume werden bis zum Sommer gepflanzt sein

Im kommenden Jahr werden nur noch die Bergbau-Gebäude an der Friedrich-Heinrich-Allee, das Gelände des Schirrhofes, die beiden Fördertürme und die Grubenwasserreinigungsanlage vom Bergbau-Erbe zeugen, ansonsten werden blühende Wiesen, Bäume und Blumenmeere den Zechenpark kennzeichnen. Die Hochschule Rhein-Waal wird am Nordende des Zechenparks im Green Fab Lab an neuen Umwelttechnologien und Nachhaltigkeit forschen, Besucher und Schulgruppen über ihre Erkenntnisse informieren. Im Süden werden Erlebnispädagogik mit Tieren angeboten und die Geschichte des Bergbaus am Niederrhein durch den Verein für Bergmannstradition präsentiert.

Die Landesgartenschau endet am 11. Oktober 2020, aber der Zechenpark mit seinen Einrichtungen wird bleiben.

Dieser Blogbeitrag wurde von Michael Hänsel verfasst. Michael Hänsel ist Vorstandsmitglied der SPD Ratsfraktion und zudem als stellv. Sprecher und Vorsitzender im Ausschuss für Umwelt- und Klimaschutz tätig.